Talentschmiede für Mädchen- Motor Wildau will ein Trainingszentrum für Turnerinnen aus der Region aufbauen

12.10.2017

Von Frank Pawlowski (erschienen in der MAZ vom 12.10.2017)

Das erfolgreiche Abschneiden der deutschen Turnerinnen vor einigen Tagen bei der Weltmeisterschaft in Kanada dürfte Wasser auf die Mühlen von Motor Wildau sein. Gold und Bronze auf dem Schwebebalken, Top-Platzierungen in anderen Wettbewerben. Das bringt den Wildauern zusätzliche Aufmerksamkeit für ihre Idee, Nachwuchsturnerinnen aus der Region besonders zu fördern. Der Verein will in der Stadt ein Trainingszentrum für Mädchen und junge Frauen zwischen vier und 15 Jahren aufbauen, wirbt um Unterstützung. Mit der Privatschule Villa Elisabeth ist bereits eine Kooperation vereinbart worden. Ein Förderverein Leistungsturnen in Norddeutschland wurde gegründet, der sich vor allem um Sponsorengelder bemühen will. Und in der Stadtverwaltung wurde mit Bürgermeister Uwe Malich (Linke) ein prominenter Fürsprecher gewonnen. Motor Wildau hat selbst eine große Turnabteilung, die jungen Sportlerinnen und Sportler holen Titel und Medaillen bei Kreismeisterschaften. „Wir haben auch starke Turnvereine in Zeuthen, Eichwalde und Lübben“, sagt Vereinsvorsitzender Jan Claus. Er ist überzeugt, dass es einen großen Bedarf an einem Trainingszentrum gibt, das, wie bei den Nachwuchs-Volleyballern und Tänzern in Königs Wusterhausen, ein Landesstützpunkt sein soll. Thomas Flieger vom Förderverein sieht das ebenso: „Turnen ist ein Grundlagensport, den man immer braucht.“ Beide hoffen nun, dass der geplante Sporthallen-Neubau in Wildau ein eigenes Turnfeld bekommt. „Das würde die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbessern, weil die Geräte nicht auf- und abgebaut werden müssen. Auch der Schulsport könnte die Turnhalle nutzen“, sagt Claus. Die frisch gebackene Weltmeisterin Pauline Schäfer kommt für die jungen Turnerinnen aus der Region als Vorbild wie gerufen.